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Transolution Class of 2020

Herzlichen Glückwunsch an die Absolventen des Transolution Practitioners. Wir haben ein Jahr der besonderen Herausforderungen erlebt, jeder für sich und wir als Gruppe. Unsere gemeinsame

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Ich halte die angewandten Diagnosesysteme ICD und DSM für die Diagnose von Persönlichkeitsstörungen als unzureichend, da sie den Stand der modernen Konzeptentwicklung nicht beinhalten. Außerdem fokussieren sie auf das was nicht funktioniert, ohne in Betracht zu ziehen, dass Menschen aus meiner Sicht nur das tun, was sie unter den gegebenen Bedingungen zu leisten in der Lage sind. Auch wenn viele Verhaltensweisen für einen Außenstehenden unverständlich sind, haben sie für das Individuum im speziellen Kontext seiner Situation einen Sinn. Diesen Sinn zu ergründen kann nach meiner Erfahrung hilfreich sein und lässt viele unverständliche und hinderliche Verhaltensweisen als logisch erscheinen, bisweilen sogar als Fähigkeit. (Auszug: Fachvortrag für den Bundesverband der Krankenkassen)Ich halte die angewandten Diagnosesysteme ICD und DSM für die Diagnose von Persönlichkeitsstörungen als unzureichend, da sie den Stand der modernen Konzeptentwicklung nicht beinhalten. Außerdem fokussieren sie auf das was nicht funktioniert, ohne in Betracht zu ziehen, dass Menschen aus meiner Sicht nur das tun, was sie unter den gegebenen Bedingungen zu leisten in der Lage sind. Auch wenn viele Verhaltensweisen für einen Außenstehenden unverständlich sind, haben sie für das Individuum im speziellen Kontext seiner Situation einen Sinn. Diesen Sinn zu ergründen kann nach meiner Erfahrung hilfreich sein und lässt viele unverständliche und hinderliche Verhaltensweisen als logisch erscheinen, bisweilen sogar als Fähigkeit. (Auszug: Fachvortrag für den Bundesverband der Krankenkassen)

Auszug aus einem Vortrag zur Transolution Methode:

Die Transolution-Methode als Kontrapunkt in der Coaching Ausbildung

Vielleicht kennen Sie den Witz, von dem Betrunkenen, der unter einer Laterne auf allen Vieren kriechend seinen Schlüssen sucht. Ein Passant sieht ihn und fragt, was er suche und als der Betrunkene es erklärt, hilft ihm der Passant beim Suchen. Nach einer halben Stunde gibt der Passant auf und sagt: „Lassen Sie uns den Vorgang noch einmal genau zurückverfolgen. Wann haben Sie gemerkt, dass Sie keinen Schlüssen mehr haben?“ fragt er den Betrunkenen. Dieser stammelt: „Ich habe den Schlüssel auf der gegenüberliegenden Straßenseite verloren.“ Der Passant schaut ihn ungläubig an und fragt: „Und warum suchen Sie ihn hier unter der Laterne?“ Der Betrunkene zuckt die Schultern und sagt: „Na ja, hier ist doch mehr Licht“. Dieser Witz spiegelt ein wenig das Dilemma im Coaching. Ähnlich wie in dieser Geschichte, suchen Coaches manchmal nur dort, wo das Offensichtliche leicht zu finden ist. Als ich Ende der 80er Jahre aus den USA zurück nach Europa kam, war ich davon überzeugt, ein gut ausgebildeter Coach zu sein. Damals war Coaching ein innovatives Konzept, welches vor allem im Business Kontext Anwendung fand. Nun, über dreißig Jahre später, haben sich die Anforderungen an einen Coach deutlich verändert. Der Vorwurf, dass Coaches nur die Spitze des Eisbergs sehen und daher auch nur an den Symptomen arbeiten ist nicht von der Hand zu weisen. Abgeleitet von Konzepten der lösungsorientierten Kurzzeittherapie waren die Qualifikationen der Coaches auch genau auf diese Form der Interventionen ausgerichtet. Wenn allerdings die Kuppe des Eisbergs geschmolzen ist, dann drängen neue Schichten an die Oberfläche und oftmals wollen diese auch bearbeitet werden. Dann werden aus mehr oder weniger einfachen Themen plötzlich komplexe Herausforderungen, die mit dem ursprünglichen Verständnis von Coaching nicht mehr viel zu tun haben. Zudem sehen sich Coaches immer häufiger mit dem Phänomen konfrontiert, dass sich Personen bei ihnen therapeutische Hilfe erwarten. Diese Erfahrung teile ich mit vielen Coaches, die sich ratsuchend an Kollegen wenden, wenn sie mit den Anforderungen des Klienten überfordert waren. Auf Seite der Coaches wird das Dilemma dann offensichtlich, wenn sie mit geringen Kenntnissen und daher eingeschränktem Repertoire an Interventionstechniken mit den oft komplexen Themen der Klienten konfrontiert werden. Dies kann eine ungünstige Melange aus Erwartungen des Klienten und Fähigkeiten des Coaches sein, die beiden Partner dieses Kontraktes zum Verhängnis werden können. Während früher viele Klienten zu Themen wie Führungskompetenzen und Kommunikationstechniken einen Coach aufsuchten, sind es heute zunehmend Menschen, die unter Überlastungssyndromen und deren Auswirkungen im beruflichen und privaten Umfeld leiden. Der zunehmende Erfolgsdruck unserer Hochleistungsgesellschaft macht auch vor „normalen“ Menschen nicht halt. So zählen zu meinen Klienten neben Managern, Unternehmer und Politiker auch Menschen, die sich im Kontext ihrer Lebensziele selbst reflektieren wollen. Dabei geht es häufig um das Thema Transformation. Was aber ist damit gemeint? In meinem Verständnis ist Transformation ein grundlegender Prozess, nicht nur die Extrapolation eines neues Verhaltens in die Zukunft. Vielmehr ist es ein Prozess der neues schafft, wie zum Beispiel einen Übergang von einem Bewusstsein oder Zustand in einen anderen.

Wenn Sie eine neue, leichtverdauliche Form des Coachings in der Ausbildung vermuten, muss ich Sie enttäuschen. Mein Ziel war es einen Kontrapunkt zu setzen, zu denen durch Eleganz und Einfachheit bestechenden Konzepten, die ich im Laufe der letzten zwanzig Jahre kennen gelernt habe. Die Transolution Methode zeichnet sich nicht durch Schlichtheit und Vertrautheit aus. Ich bin mir bewusst, dass ich damit für viele Kritiker die Grenze zur psychotherapeutischen Arbeit überschreite. Die Konsequenz ist, dass diese Form der Arbeit mit Menschen nicht von jedermann ausgeführt werden kann und auch nicht in wenigen Wochenenden zu erlernen ist. Die Kunst des Coaches, seinen Klienten zum Ziel zu begleiten ist letztendlich abhängig von der Kunstfertigkeit des Künstlers. Viele meiner Erkenntnisse entstanden durch das bekannte Prinzip von Versuch und Irrtum. Ich arbeitete Getreu dem Motto des Philosophen Karl Popper: „Alles Leben ist Problemlösung“. Daher mag dieses Konzept im eigentlichen Sinn auch gar nicht zu Ihrer Vorstellungswelt von Coaching passen.

Die Transolution Methode bedient sich der Erkenntnisse und Modelle unterschiedlicher Fachrichtungen und deren Integration in ein nutzbares Konzept für das die Beratung und das Coaching. Welche Modelle und Interventionen zu welchem Klienten passen, obliegt der Kunstfertigkeit des Coaches. Die Idee vom uniformen Coach muss nach meiner Ansicht aufgelöst werden. Ebenso gilt dies für die Interventionsmodelle, die ebenfalls nicht richtig oder falsch sind, sondern immer im Kontext der vereinbarten Ziele wirksam sein müssen. Dort wo sie für den Klienten hilfreich sind, schließt das Konzept auch spirituelle Praktiken mit ein, wie das Gebet, die Meditation oder der Gang in ein Gotteshaus. Gut ist, was einen hilfreichen Zweck erfüllt. Das ist die einfache Arbeitshypothese der TM.

Das Konzept ist durch meine eigene Lebensgeschichte als Lernender und Lehrender, als Coach und Berater geprägt. Die Inhalte entstanden aus Beobachtungen, Aufzeichnungen, Auswertungen und der Analyse hilfreicher Vorgehensweisen und Interventionen. Mir ging es nicht darum eine neue wissenschaftliche Theorie zu entwickeln, sondern viel mehr zu erläutern, wie ich bestimmte Resultate gemeinsam mit meinen Klienten erzielte. Daher ist der Ansatz pragmatisch und soll für die tägliche Praxis tauglich sein. Da in meinem Beobachterteam viele Wissenschaftler waren, stellten sie sich immer wieder die Frage nach dem „warum, wozu, wie und was“ ich exakt in diesem Moment tue. Leider konnte ich ihrem Wunsch dies zu erklären nur ungenügend nachkommen, da viele meiner Interventionen und Arbeitsweisen aus meiner Intuition entstehen. Genau das ist aber der Freiraum den aus meiner Sicht jeder Coach, Berater, Trainer oder Therapeut benötigt, um seinen eigenen Weg zu finden. Das sture Befolgen von erlernten Modellen und Konzepten schränkt die Kreativität im Prozessmit dem Klienten enorm ein und Kreativität ist aus meiner Sicht eine der wichtigsten Eigenschaften eines guten Coaches.

Es ist kein „alles für jeden und immer“-Konzept, sondern ein Konzept der Wahlmöglichkeiten. Das Konzept versteht sich auch nicht im Vergleich zu anderen Konzepten. Es ist nicht besser oder schlechter, es ist einfach nur anders. Die TM ist all denen gewidmet, die sich unvoreingenommen, mit Herz und Verstand, der Verbesserung der Lebensqualität Ihrer Klienten verpflichtet fühlen, die nicht die Augen verschließen, wo es wichtig wäre kritisch nachzufragen und die stark genug sind, Widersprüche auszuhalten.

Auszug aus einem Vortrag im Schloss Seefeld:

Die Welt befindet sich im Umbruch und wir erleben eine gewaltige technologische und soziale Transformation, die sowohl unsere ökonomische als auch unsere ökologische Welt tiefgreifend verändert. Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Klimawandel, Bio- und Gentechnologie treiben die Gesellschaft und die Unternehmen vor sich her. Hinzu kommt die durch den Corona Virus neu erlernte Angst vor unsichtbaren Feinden. Ein weiteres Warnzeichen unserer Zeit sind soziale Verwerfungen und die Radikalisierung unterschiedlicher politischen und gesellschaftlichen Strukturen. Die Zukunftsbilder, die uns durch die Medien tagtäglich präsentiert werden, verstärken den Eindruck einer düsteren Zukunft. Die Wahrheit wird individualisiert und erzeugt polarisierende Wirklichkeiten in unseren Köpfen. Während in den achtziger und neunziger Jahren noch an kollektiven Wirklichkeiten geglaubt wurde, haben sich seit der Jahrtausendwende die Extreme in den Vordergrund gedrängt. Die Digitalisierung, einst als Instrument zur Demokratisierung gestartet, hat sich mittlerweile als Beschleuniger der sozialen Spaltung entwickelt. Auch in der Wirtschaft ist diese Unsicherheit vorhanden. Viele Unternehmen und Führungskräfte sehen in dem technologischen Wandel eine neue Ära, die sogenannte vierte industrielle Revolution. In dieser neuen Ära werden alle Probleme durch Technologie gelöst. Mittels künstlicher Intelligenz, Mensch-Maschinen- Interfaces, bionischer Medizin und selbstlernenden Mikroorganismen wird sogar die Unsterblichkeit prophezeit. Gleichzeitig erleben wir eine Welle der Nostalgie, die sich auf alte Werte und Sicherheit fokussiert. Ob in der Politik oder der Wirtschaft, überall findet man die verzweifelten Versuche, Sicherheit durch altbekannte Routinen wiederherzustellen. Die Retro-Kulturträger versprechen eine bessere Zukunft, durch das Wiederholen altbekannter Modelle. Beide Seiten vermitteln Spekulationen und tarnen diese als Wahrheiten. Das polare Zukunftsdenken achtet nicht auf moralische oder ethische Grundsätze und schon gar nicht auf vorhandene Fakten. Es scheint, als wären wir in einem Glaubenskrieg, der zum größten Teil von Nichtwissenden geführt wird. Die kollektiven Zukunftsvisionen beider Bewegungen werden sich nicht erfüllen, ihnen fehlt der fachliche und konstruktiv geführte Dialog. Die Utopie einer Zukunft ist nicht prognostizierbar, sie ist nur gestaltbar. So bewegen sich die meisten zwischen Zukunftseuphorie und Zukunftsangst. Was uns helfen würde, ist den Weg der Mitte wieder zu finden.

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